Abschluß Aktion Wartegleis

Aktion „Wartegleis für den Castor“ zieht Resümee:

1) Dank an alle Aktivist_innen für ihr Engagement! Insgesamt waren an 9 Orten in Thüringen Menschen unterwegs und haben in Kleingruppen versucht an die Gleise zu kommen. Einer Gruppe gelang es den Castor-Transport in Leina zu stoppen!
2) mehrere Mahnwachen luden niederschwellig zum mitmachen ein.
3) Polizei reagierte überzogen auf die im Vorfeld breit angekündigte Aktionsform mit Einschränkung von Menschen- und Grundrechten. Viele Aktionsgruppen wurden unter freiem Himmel in Gewahrsam genommen bis der Transport vorbei gefahren war. Anders wussten sie sich offensichtlich nicht zu helfen!
4) 2 Personen wurden mit auf eine Polizeiwache genommen zur Identitätsfeststellung.
5) Protest hat sich auch in Thüringen gefestigt und erweitert. Zu den nächsten Transporten werden bestehende Strukturen wieder sicherlich aktiv werden.

Pressemitteilung Aktion „Wartegleis“

Am Mittwoch, den 16. 02. 2011, fuhr ein Castor-Transport aus der Wiederaufbereitungsanlage Karlsruhe mit dem Ziel Zwischenlager Nord bei Lubmin auch durch Thüringen. Hier hatten sich Aktivist_innen in der Aktion „Wartegleis für den Castor“ zusammengeschlossen um gegen den Transport der „Plutonium-Uran-Suppe“ und die immer noch ungeklärte Endlagerung zu demonstrieren. Ziel dieser Aktion ist es durch das Schwenken von Transparenten und Fahnen den Zug zum stoppen zu bringen. Dabei gehen die Aktivist_innen nicht auf die Gleise, sondern treten nur an diese heran. „Wenn wir Castor-Transporte stören, behindern wir auch die weitere Produktion von Müll in den Atomanlagen“, erklärt Karola Stumpf, eine Sprecherin der Aktion „Wartegleis“, „des Weiteren werden hierbei die Kosten der Transporte in die Höhe getrieben, so dass ein realistischeres Bild des Preises zur Herstellung von Atomenergie entsteht, die bisher durch Kostenübernahmen durch den Staat indirekt subventioniert wird“.

In vielen Orten entlang der Strecke versuchten autonome Kleingruppen unter anderem in den Orten Leina, Gotha, Apfelstädt, Ingersleben, Bischleben, Erfurt, Güterverkehrs-zentrum Vieselbach, Weimar und Oßmannstedt die Gleise zu erreichen. Bei Gotha, in der Ortschaft Leina, gelang es 12 Aktivist_innen den Zug für etwa 5 Minuten zu stoppen. Dies war Aufgrund der hohen Polizeipräsenz jedoch nicht allen Gruppen ohne weiteres möglich. Viele Aktivist_innen taten dann aber in unmittelbarer Nähe der Gleise mit Transparenten ihren Protest kund. An mehreren Stellen in Thüringen fanden zudem Mahnwachen statt, so in Ingersleben, Erfurt, Weimar und Apolda. „Nach dem Castor-Transport im Dezember 2010 hat es die Aktion „Wartegleis für den Castor“ heute wieder geschafft den Zug in Thüringen zum stehen zu bringen“, resümiert Stumpf abschließend, „dieses Mal jedoch sind wir an weit mehr Stellen „An die Strecke!“ gekommen und sind der sichtlich überforderten Polizei weit mehr „Auf die Nerven!“ gegangen. Somit haben wir das uns selbst gesteckte Ziel durchaus erreicht.“

Mike Neubart, ein Aktivist der Aktion „Wartegleis“ erlebte das Vorgehen der Polizei als „unangemessen und völlig überzogen. Es wurden mehrere Grund- und Menschenrechte außer Kraft gesetzt, was auf einen unsicheren Umgang mit der Aktion seitens der Polizei schließen lässt.“ Er echauffiert sich, dass „Raucher_innen mit körperlicher Gewalt gedroht wurde, falls sie im Gewahrsam ihrem Laster frönen sollten (Begründung war eine Gefährdung der beteiligten Beamt_innen), die Verrichtung der Notdurft wurde untersagt und einzelne Polizist_innen äußerten sich belustigt über eine Person, die sie schockiert als „Mann mit lackierten Fingernägeln“ identifizierten.“ Fraglich sei das Vorgehen des Exekutivorgans des demokratischen Rechtsstaates bezüglich des Besuches eines potentiellen Aktivisten in der Privatwohnung am Vorabend, der aufgrund der Einschüchterung seine Teilnahme am legitimen Protest unterließ und andere ebenfalls dazu aufrief. Weiterhin wurden Protestler_innen an ihrem vom Grundgesetz festgelegten Recht auf freie Meinungsäußerung gehindert, indem sie auf einem Privatgrundstück davon abgehalten wurden, sich frei zu bewegen, ebenso wie ein Fotograf einer Presseagentur in Ingersleben an seiner Ausübung des Berufes behindert wurde.

„Unterm Strich lässt sich sagen, dass die Polizei der Lage nur Herr werden konnte, indem sie die Menschen, die von ihnen als störend empfunden werden in einem Freiluftgewahrsam festgehalten und ihnen Rechte entzogen werden“, stellt Karola Stumpf abschließend fest und führt weiterhin an, dass zwei Personen zur Identitätsfeststellung mit auf die Polizeiwache in Gotha genommen wurden.

Für Rückfragen: wartegleis@web.de
Weitere Informationen: wartegleis.blogsport.de, castorticker.de

letzte News

letzte Meldungen über den Aufbau des Transportes:
MI 11:14 Heilbronn
Castor-Zugaufbau in Heilbronn: 2 Loks (rot) vorne, 7x Personenwaggon Begleitpersonal, 5x Castor, 7x Personenwaggon, 2 Loks (rot) hinten.

und den Verlauf:
um 11:30 ist der Zug unterwegs von Würzburg in Richtung Fulda! Ist der Zug durch Bad Hersfeld durchgefahren braucht er etwa 1 Stunde bis kurz vor Gotha, 1 1/2 Stunden bis Erfurt, 2 Stunden bis Apolda! Das ist eine ungefähre Angabe und soll euch eine Orientierung geben wann ihr los müsst!

aktuellster Stand

Castorticker meldet:

MI 06:00 Karlsruhe Güterbahnhof
Der Castor steht immer noch im Güterbhf. Drumherum Polizeiabsperrungen.

MI 05:27 Karlsruhe Güterbahnhof Gerücht!
Wir vermuten, dass zur Zeit beim Castor die Loks ausgetauscht werden.

MI 04:24
Die aktuelle Zusammensetzung des Castors ist: 1 Lok – 2 Personenwagon – 5 Castoren – 1 Lok.

MI 04:06 Karlsruhe Leopoldshafen
4:06 Uhr Der Castor rollt! Er wurde gerade bei Leopoldshafen gesichtet.

Nach diesen Berechnungen haben wir dann also doch noch Zeit in Thüringen! Von Karlsruhe bis Thüringen müssen wir mit einer Fahrtzeit, wenn es nicht zu Unterbrechungen kommt, von etwa 8 Stunden rechnen.

letzte Infos

Hier nochmal ein letzter schneller Überblick mit allen wichtigen Infos für die Aktion „Wartegleis für den Castor“ im Raum Thüringen:

Abfahrt des Castor in Karlsruhe nach jetzigem Plan um 1 Uhr nachts am 16.02.. Was bedeutet, dass wir in Thüringen ab 8 Uhr am 16.02. mit dem Transport rechnen müssen!

Infotelefon: 0151/216 897 88
EA Telefon: 0174/58 98 987 (nur zur Zeit der Durchfahrt durch Thüringen geschaltet)

Mahnwachen:
- offenes Pfarrhaus in Ingersleben (versucht ab früh morgens) mit Kontaktperson zur Aktion Wartegleis
- Fußgängerbrücke Schmidtstedter Knoten von 12-24 Uhr (evtl. auch früher – einfach mal vorbeischauen)
- Bahnhof Apolda angemeldet von 10-12 und 14-16 (ansonsten evtl. auch dazwischen – einfach mal vorbeischauen)

Heute Abend wird die sms-Liste aktiviert, und ihr bekommt darüber eine Info, wenn klar ist, dass der Castor durch Thüringen rollt. Und weiter, zu welcher Zeit er an welchen Streckenabschnitten erwartet wird.

Wenn es noch Kleingruppen gibt, die Lust haben von einem Presseteam begleitet zu werden, können sich diese an das Infotelefon wenden und bekommen dann Kontakte vermittelt. Anfragen der Presse gibt es genug :-)

Meldet an das Infotelefon, wenn der Castor bei euch ist, damit diese Info weiter gegeben werden kann und das Netz wann der Castor wo ist enger gemacht wird!

weitere Streckeninfos unter castorticker, allgemeine Infos unter: Lubmin-Nixda und Contratom